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Montag, 13. August 2012

Kinder fragen, Experten antworten

LUCKENWALDE - Jerry Kreutzer liebt Sport. Der Neunjährige muss dafür nicht einmal aus dem Kinderzimmer. Dort hängt er sich gerne an sein Hochbett und trainiert Klimmzüge. Ebenso ist der Junge für Ballsport zu begeistern. Wenn Jerry nicht im Luckenwalder Hort der Kita Regenbogen ist, dann schwingt er sich auch gerne aufs Fahrrad. Mit seinem Mountainbike ist er oft auf der Fläming-Skate anzutreffen, seine Oma begleitet ihn bei den Radtouren. Bei so viel Begeisterung für Bewegung aller Art, ist es kein Wunder, dass sich Jerrys Frage für die Kinder-Uni um den Sport dreht. Er will wissen: „Wie schnell können Fahrradfahrer eigentlich fahren?“

Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist, wie der Luckenwalder Radsportler Ulf-Thorsten Lehmann sagt. „Das kommt ganz darauf an, um welche Fahrradfahrer es geht.“ Der Inhaber des Geschäfts „Rad und Freizeit Lehmann“ erklärt, dass die Höchstgeschwindigkeit eines Radlers von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Eines ist aber klar: Die Damen und Herren auf zwei Rädern haben ein ganz schönes Tempo drauf. „Viele Rennfahrer machen den Autofahrern Konkurrenz“, sagt Lehmann.

Wer gerade die Olympischen Spiele im Fernsehen verfolgt, der kann die schnellsten Radler der Welt sehen. Bei der Disziplin Teamsprint treten die Athleten so schnell in die Pedale, dass sie 60 Stundenkilometer erreichen. Im Einzelsprint beschleunigen die Sportler auf den letzten Metern vor der Zielgeraden sogar auf 70 Stundenkilometer, weiß Lehmann. Der Weltrekord bei den Sprintern liegt bei unter einer Minute für eine Strecke von einem Kilometer. Zum Vergleich: Ein Freizeitradler schafft in einer Stunde rund 18 Kilometer.

Die Teilnehmer der Tour de France sind da noch flotter unterwegs: „Die schaffen 80 bis 100 Stundenkilometer, wenn sie bergab fahren“, sagt der Luckenwalder Radsportler. Langsamer, dafür aber richtig fit, sind die Athleten auf der Radrennbahn. Sie fahren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 52 Stundenkilometer im Oval– und das 60 Minuten am Stück. Das geht ganz schön in die Beine.

Bei der Höchstgeschwindigkeit kommt es aber nicht nur auf die Disziplin an, sondern auch auf Technik und Material. „Je breiter der Reifen, desto größer der Widerstand, desto langsamer ist der Fahrradfahrer“, erklärt Ulf-Thorsten Lehmann. Deshalb sind Rennsportfahrer auch nicht auf Mountainbikes unterwegs, sondern fahren mit ganz dünnen Reifen und einem sehr hohen Luftdruck.

Mehr Tempo bekommen Radler durch den Windschatten, zum Beispiel, wenn sie hinter einem Auto oder Laster herfahren. Durch den geringeren Luftwiderstand kommen sie fix voran und können sich beinahe mitziehen lassen. Es gibt sogar eine eigene Disziplin, die dieses Phänomen ausnutzt: die Steher. Auf der Radrennbahn strampeln sie einem Motorrad hinterher, durch den Windschatten können sie auf mehr als 70 Stundenkilometer beschleunigen.

Im Internet lässt sich zu diesem Stichwort ein beeindruckender Rekord finden: 1995 hatte der Niederländer Fred Rompelberg mit purer Muskelkraft sein Rad im Windschatten auf knapp 269 Stundenkilometer beschleunigt. (Von Nadine Pensold)



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