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Sonntag, 8. April 2012

Mutter von Vorwurf der Misshandlung freigesprochen

Mutter von Vorwurf der Misshandlung freigesprochen Vor dem Schöffengericht wurde die 26-Jährige aus Frintrop freigesprochen.Essen.   Weil das Landgericht nicht klären konnte, ob ein 14 Monate altes Kind durch Misshandlungen oder einen Sturz verletzt wurde, ist die Mutter freigesprochen worden. Das Kind war mit einem Schädelbruch und Gehirnbluten im Klinikum gerettet worden. Bleibende Schäden sind aber dennoch möglich.

Freispruch für eine Mutter, die wegen massiver Misshandlung ihres 14 Monate alten Kindes angeklagt war. Doch Beweise gab es nicht. Vor dem Schöffengericht war nicht auszuschließen, dass das Kleinkind sich beim Klettern selbst verletzt hatte. Nachdem Amtsrichterin Saltanat Khorrami das Urteil verkündete, bekam die 26 Jahre alte Frintroperin einen Kuss von ihrem Ehemann. Sie hatte gesagt, für die schwere Verletzung ihres Kindes nicht verantwortlich zu sein. Laut Anklage, die sehr vage formuliert war, hatte sie am 19. August 2011 in ihrer Wohnung auf den Schädel des 14 Monate alten Kindes „zwischen 13.45 und 15.30 Uhr in ungeklärter Art“ eingewirkt und es „in die Gefahr des Todes“ gebracht. Das Kind erlitt einen Schädelbruch mit starkem Gehirnbluten. Nur eine Notoperation im Klinikum rettete es. Bleibende Schäden sind möglich.

Die Mutter hatte erzählt, dass sie das Kind allein im Kinderzimmer gelassen hätte, als sie in der Küche das Essen zubereitete. Es hätte gestört, weil es sich an Schränken hochzog und die Schubladen öffnete. Nach „maximal fünf Minuten“ hätte sie „ein leichtes Tocken“ und viel Geschrei gehört. Sie sei ins Kinderzimmer geeilt: „Es war nur am Weinen, so habe ich es noch nie schreien gehört“, sagte die examinierte Altenpflegerin. Sie ging mit dem Kind an die Luft, legte es später zum Schlafen ins Ehebett. Erst um 23.30 Uhr, als ihr Mann nach Hause kam, fiel ihr auf, dass es apathisch war. Da fuhren sie zum Krankenhaus.

Einen Monat zuvor, erzählt sie weiter, seien sie auch dort gewesen. Da hätte die Schwiegermutter einen ganzen Tag lang aufs Kind aufgepasst. Danach hätte es hinten am Kopf „etwas wie Schwamm, ganz weich“ gehabt. Im Krankenhaus lautete die Diagnose Bluterguss am Schädel. Und zehn Tage vor der angeklagten Tat sei sie mit dem Kind auf der Treppe gefallen. Das Kind sei nicht verletzt worden, nur sie selbst hätte Prellungen gehabt.

Für Rechtsmediziner Matthias Schubries war nicht auszuschließen, dass das Kind bei dem Sturz unbemerkt einen Schädelbruch erlitt. Dann hätte zehn Tage später ein Sturz des Kindes vom Stuhl auf den Tisch im Kinderzimmer ausgereicht, Gefäße am Gehirn zu verletzten. Er betonte, dass das Kind „in einem guten Pflegezustand war und der ganze Körper ansonsten frei“ von Verletzungen. Schubries: „Wir untersuchen 50 bis 70 Kinder im Jahr wegen des Verdachts einer Misshandlung. Die sehen anders aus.“

Staatsanwältin Katharina Rayer und Verteidiger Peter Schmitz beantragten Freispruch. Die Misshandlung sei der Kindsmutter nicht nachzuweisen. Schmitz erinnerte an die belastende Situation: „Erst hat sie fast ihr Kind verloren, dann muss sie sich in öffentlicher Verhandlung verantworten.“ Das letzte Wort vor dem Freispruch durch das Gericht blieb der Angeklagten: „Ich möchte nichts sagen.“

Stefan Wette


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