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Samstag, 24. März 2012

Warn-Button soll vor Abo-Fallen im Internet schützen

Ein unbedachter Klick auf einen Button – und schon ist es passiert: Gutgläubige Verbraucher tappen immer wieder in die Fallen von Trickbetrügern im Internet, werden unfreiwillig zu Abonnenten, Bestellern oder Käufern. Jetzt soll ein neues Gesetz damit aufräumen: Künftig müssen Verbraucher im Internet mit einem Warnbutton vor Kosten gewarnt werden.

Über fünf Millionen Internetnutzer wurden schon einmal Vertragspartner im Internet, ohne es zu wollen: Wer nicht genau aufpasst, wozu er sich eigentlich mit dem Klick auf einen Button verpflichtet, sitzt ganz schnell in der Kostenfalle. Da locken Gratis-Gewinnspiele, wo man eigentlich nur den Routenplaner nach der besten Verbindung von A nach B befragen wollte – und schon ist man ganz beiläufig stolzer Vertragspartner über ein dreimonatiges Abonnement für 69,90 Euro geworden.

Dasselbe kann beim Stöbern nach Rezepten, Gedichten, bei Gehaltsrechnern oder dem Herunterladen von Gratis-Software passieren: Viele von diesen Internet Angeboten verleiteten Verbraucher zum Abschluss von Verträgen wider Willen. Auch kostenlose Hausaufgabenhilfe, der Zugriff auf Song-Texte oder viele Formen der Beratung gehörten zu diesen ärgerlichen Geschäftspraktiken – meist üble Geschäfte ohne jeden Gegenwert.

Den „Kick mit dem Klick“ nutzten viele Trickbetrüger millionenfach für ihre windigen Geschäfte – doch jetzt soll damit Schluss sein. Auch die Verbraucherzentralen dürfen sich freuen, denn geschätzte 22.000 Beschwerden liefen allein wegen solcher Abo-Fallen und Internet-Abzocke bei ihnen auf.

Wer gutgläubig war, bekam die Rechnung

Hatte der ahnungslose Internetnutzer auf den verführerischen Button geklickt,  verlangten die Unternehmer anschließend Bares: Per Post oder E-Mail forderten sie zum Teil erhebliche Summen für angeblich bestellte Waren, abgeschlossene Kaufverträge oder vermeintlich bestellte Abonnements. Viele der Unternehmer drohten zugleich mit Inkassounternehmen oder sogar Anwälten – und Verbraucher fühlten sich gezwungen zu zahlen, allein um Ärger zu vermeiden. Doch dazu dürfte es künftig wesentlich seltener kommen: Die neue Regelung schreibt vor, dass Anbieter ihre Kunden unübersehbar über den Gesamtpreis ihrer Bestellung informieren müssen.

Die wesentlichen Vertragsinformationen müssen nach dem Gesetzeswortlaut "in hervorgehobener Weise" zur Verfügung stehen. Per Klick auf einen eindeutig gekennzeichneten Warn-Button muss der Internetnutzer bestätigen, dass ihm bewusst ist, dass seine Bestellung Geld kostet. Erst mit dem Klick auf diesen Warn-Button wird künftig ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustande kommen.

Das Ende aller Netzbetrüger?

Das Gesetz hat neben dem individuellen Schutz der Verbraucher den Zweck, das Vertrauen der Internetznutzer in Internet-Handel  zu stärken und klare Regeln für den Rechtsverkehr im Internet zu schaffen – der inzwischen zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltages geworden ist. Ob das neue Gesetz das Ende aller Netzbetrüger sein wird, dürfte mehr als zweifelhaft sein – denn findige Betrüger entwickeln immer wieder neue Methoden illegaler und betrügerischer Geschäftsmodelle im Internet. Verbraucher sollten also weiterhin sehr vorsichtig sein.

Das neue Gesetz müsse erst zeigen, ob es wirklich alle Schlupflöcher schließen könne, so die Verbraucherschützer. Vielen geht die neue Regelung nicht weit genug. So wollten etwa die Grünen auch die rechtliche Situation der Verbraucher stärken und ein verbindliches Muster für die Warn-Buttons einführen.

Wichtig: Verbraucher sollten sich wehren

Besondere Vorsicht ist immer dann geboten, wenn der Internet Nutzer etwa bei einem Gewinnspiel Angaben zu seiner Person und zur Bankverbindung in einer Maske ausfüllen soll, warnen die Verbraucherschützer. Oft geht es nur scheinbar darum, sich als Gewinnspielteilnehmer zu identifizieren.

Häufig merken die Verbraucher erst  später, dass sie ein Abonnement wider Willen abgeschlossen haben – doch auch dann ist bis zu 14 Tage lang Zeit, diesen so genannten „Fernabsatzvertrag“  zu widerrufen. Wer sicher gehen will, sollte den Vertrag nach den Vordrucken der Verbraucherzentralen widerrufen – also schriftlich Brief oder Fax und nicht nur per E-Mail. Generell gilt: Möglichst sorgfältig lesen, bevor man auf Buttons klickt oder das Häkchen „akzeptieren“ anklickt. 

In sehr vielen Fällen wurden Verbraucher von der Zahlungspflicht befreit – schon allein aus dem Grund, weil die Anbieter dieser dubiosen Webseiten sich davor fürchteten, von Internet-Nutzern in Chats als Abzocker bezeichnet zu werden und damit empfindliche Einbußen bei ihren „Geschäftsmodellen“ zu befürchten hatten. 


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