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Dienstag, 27. März 2012

Kinder, Küche, Knete

VON KAI AUSSEN - zuletzt aktualisiert: 17.03.2012 Viersen (RP). Der Caritasverband hat einen Kursus zur Haushaltsorganisation entwickelt. Es gibt nicht nur praktische Tipps zum Umgang mit Geld, auch über Gefahren des Alltags für den Nachwuchs wird informiert.

Jeder Kursnachmittag von "Kinder, Küche, Knete ... geschafft!?" endet mit einer von den Teilnehmern gemeinsam gekochten Mahlzeit. Gundi Bachem (Mitte), Leiterin der Familienpflege des Caritasverbandes, gibt Tipps, wie das Fischfilet vorbereitet wird. Foto: KN Jeder Kursnachmittag von "Kinder, Küche, Knete ... geschafft!?" endet mit einer von den Teilnehmern gemeinsam gekochten Mahlzeit. Gundi Bachem (Mitte), Leiterin der Familienpflege des Caritasverbandes, gibt Tipps, wie das Fischfilet vorbereitet wird. Foto: KN"Kinder, Küche, Knete ... geschafft!?" – unter diesem Titel hat die Familienpflege des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen einen Kurs zur Haushaltsführung entwickelt. Junge Eltern lernen hier, wie sie den Familienalltag organisieren. "Die Leiter vom Hochbett kann für meine Tochter gefährlich sein", sagt eine der Frauen, "und die Steckdosen ebenfalls."

Die fünf jungen Mütter und ein Vater überlegen, wo im Haushalt Gefahren für ihren Nachwuchs lauern. Im Gespräch mit Renate Ulbrich von der Familienpflege des Caritasverbandes gehen sie Raum für Raum durch. "Lassen Sie nie einen vollen Aschenbecher herumstehen", mahnt die Elternberaterin, "eine einzige Zigarettenkippe kann für ein Kleinkind tödlich sein, wenn es sie runterschluckt."

Prävention

Familien Seit einigen Jahren geht die Familienpflege des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen vor allem im Auftrag der Jugendämter in Familien und leistet dort Hilfen zur Erziehung. Das aus der Praxis entwickelte Kursangebot "Kinder, Küche, Knete ... geschafft!?" setzt auf Prävention.

Kommunen Der Caritasverband hat das Konzept bereits einigen Jugendämtern im Kreis vorgestellt und hofft, dass demnächst Kommunen die Familienpflege beauftragen, das Seminar für junge Eltern durchzuführen.

Es ist der vierte von insgesamt fünf Nachmittagen des Kursus der Familienpflege. Viele Fragen haben die fünf Frauen und der eine Mann im Alter zwischen Anfang und Mitte Zwanzig in den Treffen zuvor bereits behandelt: Wie kochen wir gesund und preiswert? Wie organisieren wir den Haushalt und bringen eine Struktur in den Familienalltag? Warum sind Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern wichtig? Weshalb brauchen Kinder Regeln und Rituale? Und auch: Wie kommen wir mit unserem Geld aus? "In unserer täglichen Arbeit in Familien stoßen wir immer wieder auf dieselben Probleme, die oft durch pures Nichtwissen der Eltern hervorgerufen werden. Diese Themen haben wir für unseren Kurs aufgearbeitet", erläutert Gundi Bachem, Leiterin der Familienpflege des regionalen Caritasverbandes.

Das kann Jennifer Müller nur bestätigen. Die 23-Jährige ist Mutter einer fast zweijährigen Tochter, im Haushalt leben auch ihre 14, 12 und acht Jahre alten Stiefkinder. Klar, dass es da oft turbulent zugeht. "Im Kurs habe ich erfahren, wie ich die älteren Kinder in die Hausarbeit einbeziehen kann – Spülmaschine ausräumen, den Müll runterbringen oder mal die Treppe fegen." Das klappt gut, berichtet sie: "Die Kids sind begeistert, dass sie helfen dürfen." Unter anderem auch beim Thema Ernährung habe ihr das Seminar geholfen: "Jetzt kaufe ich öfter Obst, und es gibt weniger Süßigkeiten."

Besonders aufschlussreich sei der Nachmittag über die Familienfinanzen gewesen. "Inzwischen führe ich ein Haushaltsbuch und weiß genau, wie viel ich ausgeben darf", berichtet Jennifer Müller, und Nicole Schemies (26) ergänzt: "Ich bin angeregt worden darüber nachzudenken, wo das ganze Geld wirklich hingeht." Jeder Nachmittag endet damit, dass die Eltern gemeinsam eine leckere und gesunde Mahlzeit kochen und mit ihren Kindern essen. Die Eltern erhalten ausführliche schriftliche Materialien zu allen Themen, mit denen sie die Inhalte vertiefen und das Erlernte zu Hause praktisch umsetzen können.

Außerdem wird nach dem Kurs eine Familienberaterin des Caritasverbandes die Familien dreimal besuchen, um sie individuell zu beraten und bei der Umsetzung des Gelernten zu unterstützen. Von dem Angebot profitiert auch Stephanie Bachmann-Körner. Für die allein erziehende Mutter einer fast zweijährigen Tochter ist es nicht der erste Elternkurs – die 23-Jährige hat bereits ein Seminar zu Erziehungsfragen besucht. In beiden Fällen hätten ihr die von den Fachleuten vermittelten Informationen sehr geholfen, sagtdei junge Frau: "Anfangs war ich unsicher und als Mutter überfordert. Jetzt fühle ich mich gestärkt."


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