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Dienstag, 6. März 2012

Hausach: "Keller Bolle" triftt Bollenhut

Papst und Pfarrer gaben sich die Ehre bei den "Kellerkindern" (links) und bei "Rainer, Reiner & Numoloiner" (rechts oben); fetzig wurde es mit den "Schnurrkrainern". Foto: Schwarzwälder-Bote Papst und Pfarrer gaben sich die Ehre bei den "Kellerkindern" (links) und bei "Rainer, Reiner & Numoloiner" (rechts oben); fetzig wurde es mit den "Schnurrkrainern". Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Alexander Gehringer Hausach. Ob nächtliche Schrecksekunden, vergessene Möbel oder manches Ticket-Debakel: Den Hausacher Schnurranten blieb keine Peinlichkeit im Städtle verborgen. Am Samstag brannten sie ihr großes Schnurr-Feuerwerk ab."Hausach – fremd und geheimnisvoll – die Halle isch immer voll – nur nicht mit uns!" Die "Kellerkinder" singen dem Tanzsportclub aus der Seele. Egal, wann dieser zur 30-Jahr-Feier die Stadthalle mieten will: Stets hat eine russische Hochzeitsgesellschaft den Hase-Igel-Wettlauf schon gewonnen. "Die Hall' wird mit unserm Steuergeld finanziert, aber bei de Belegung werde mir eiskalt abserviert!", lautet die Spitze gegen den Kulturbüroleiter. Der letzte Ausweg heißt Wolfach, und die Narrenzunft bekommt fürs 2014er-Treffen den Rat, die Halle früh zu buchen.

Auch bei einem anderen Großereignis fühlen sich die Hausacher übergangen: Lässt sich doch der Papst in Freiburg von "scheinheilige Gutacher Evangole" flankieren! Erkenntnis der "Kellerkinder": "Die richtige Bolle am richtige Ort – da schickt dich net mal die Schweizergarde fort!"

Und damit nicht genug des Nachbarschafts-Geplänkels. Wie der (aus Hausach stammende) Wolfacher Bauhof-Leiter zum Opfer seiner Hilfsbereitschaft wird – die "Kaulquappen" bringen's aufs Tapet. Fasziniert von der hübschen Blondine, die ihn zum Regalaufbau zu sich heimbittet, vergisst er seine Einkäufe auf dem Möbelhaus-Parkdeck.

Die grauen Zellen leisteten sich 2011 ohnehin manchen Aussetzer. Beim Kinderbett-Transport nach Berlin lässt der Ehrennarrenvater nicht nur viel Geld an der Tank- und bei der Bußgeldstelle; am Ziel fällt ihm auch ein, dass das arme Enkelkind nun beim Hausach-Besuch ohne Schlafplatz dasteht. Für "Rainer, Reiner & Numol­oiner" ein ebenso gemachtes Bett wie die Ansprache des "Hohenpriesters Koppelstätter" zur goldenen Hochzeit: Erst im Gottesdienst fällt dem Geistlichen ein, dass das Manuskript noch auf dem "Kuchetisch" liegt. Wie gut, dass es "d' Jeanette" gibt!

Nicht besser ergeht es Pfarrers Diener: Im Schneegestöber findet der Urnenträger das Grab nicht. Ob wenigstens die Stadt ihr Gedächtnis wahren kann? Immerhin: Auch ohne die "unsichtbar gebliebene" Bühler-Chronik berichten die "Amigos" Interessantes über die Bewohner um 1318 – über den korpulenten Henker aus dem Untergeschoss, daher genannt "de Keller Bolle", ebenso wie über den Kutschenmacher, der als Raddieb den Namen "Fahrrad-Stehle" bekam.

Mit Tickets scheint der Hausacher Fußballfan seine liebe Not zu haben: Nach verpasstem Flug gen Manchester muss das Trio umbuchen und zahlt für den einfachen Weg 500 Euro pro Person; Hin- und Rückflug hätten nur 65 Euro gekostet – aber das Rückflugticket steckt ja bereits in der Tasche. Nicht viel besser ergeht es dem Kartenkäufer fürs Bayern-Spiel: Nach Absagen seiner Freunde leidet er an Ticket-Überschuss – bis er vor dem Stadion versehentlich die eigene Karte mitverkauft.

Auch die Familie eines Einbacher Hofs ist den "Anonymen Schwarzwäldern" – in diesem Jahr nur als Duo dabei – vor die Flinte gelaufen: Ihre Idee, den BH zum Pilzsammel-Körbchen zu machen, imponiert sogar den erfinderischen Japanern. Dieselbe Familie animiert zudem die "Blättle" zur Hundekunde, da der intelligente Vierbeiner die Tochter auf den Balkon gesperrt hat, von dem sie sich mit einem Sprung rettet – mitten in die Schnecken im Salat.

Ein tierisches Schnurrvergnügen bieten auch die "Gassegoscher"; die betroffene Katze indes dürfte nicht gerade vor Wonne schnurren, wenn Frauchen die Katzenklappe als Rauchabzug missbraucht. Wenig zu lachen hatte auch "de Burgis": Billig-Öl gekauft und ohne Hilfe der Werkstatt nachgefüllt – das bekommt seinem Auto nicht.

Weitere Schrecksekunden, so wissen die "Machos", verdankte der Stadtchef seinem Feuerwehrkommandanten: Mitten in der Nacht vermutet "Paule" eine Rathaus-Überflutung; ein Glück, dass die Feuchtigkeit, die vom zweiten Stock herabtropft, nur von der Bewässerungsanlage herrührt. Die "Original Schnurrmusikonde" – alias: "Schnurrkrainer" – machen den Reigen nächtlicher Horror-Szenen perfekt: Der vermutete Einbrecher in einem Wohnhaus entpuppt sich als der wild gewordene neue Saugroboter.

"Es ist und bleibt ein kleiner Mann, der über sich selbst nicht lachen kann", verkünden die "Gassegoscher" eine alte Weisheit. Doch egal, ob über sich oder über andere: Die Hausacher lachen an diesem Abend viel und lang – bis weit nach ein Uhr.


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