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Montag, 5. März 2012

Galerie der Helden Teil 1 Boris Becker

© Ole Könnecke Die Idole unserer Kindheit - Teil 1: Boris Becker Geboren: 22. November 1967.

Populär seit: Sommer 1985.

Bei: Frauen (25-35 Jahre), Männern (5-75 Jahre).

Besonderes Kennzeichen: Becker-Faust, Becker-Hecht (bis 1997), Kamera vorm Gesicht (heute).

Typisches Zitat: „Ich war mental gut drauf.“

Vielleicht ist es ein Menetekel gewesen, dass Boris Becker unter den großen deutschen Sportheroen die mit Abstand blödesten Spitznamen trug. Franz Beckenbauer war der Kaiser, Helmut Rahn der Boss, Henry Maske der Gentleman. Und Boris Becker? Bobbele. Oder, nicht besser: Bumm-Bumm-Boris. Da ist es nur logisch, dass der Tennisrentner Becker wie ein tapsiges Bobbele durch sein zweites Leben stolpert, dass er mit vollem Risiko - bumm! bumm! - immer wieder neue Dinge ausprobiert und gern mal kräftig danebenhaut.

Vier Kinder von drei Frauen, eine spektakuläre Scheidung, eine Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung, ein paar Talkshows, die schneller abgesetzt wurden, als ihr Gastgeber „äh“ sagen konnte: Die Post-Tennis-Karriere des Boris Becker verläuft durchwachsen. All die jüngeren Auf- und Fehltritte überlagern beinahe die phantastische Sportlerlaufbahn Beckers und sogar jenen 7. Juli 1985, an dem er zum jüngsten Wimbledonsieger und zum 17-jährigsten Leimener aller Zeiten avancierte. Dem unermüdlich kämpfenden, rothaarigen jungen Wilden gelang es im Doppel mit der kreuzbraven Steffi Graf, die Bundesrepublik zum Tennisland zu machen, in dem jeder, der nicht wusste, was „deuce“ bedeutet, mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen musste - und jeder, der sein Kind nicht im Verein anmeldete, mit dem Jugendamt.

Der reifende Becker begriff sich als Weltmann und „Botschafter des neuen Deutschland“, wie er 2001 dem „Spiegel“ sagte, der sein Gesicht aufs Cover hob und nur ein einziges Wort dazusetzte: „Ich“. Denn egal, ob er sich als Unternehmer versucht oder Unterhalter, als Playboy oder Pokerspieler - es bleibt stets ein Zweitjob des hauptberuflichen Boris Becker. Seine Rolle als Idol hat er derart verinnerlicht, dass er sie wie ein Staatsamt ausübt: Also verkündet er dem Volke seine Hochzeit auf der Couch von „Wetten, dass . . .?“ und versendet auf seiner Internetseite „becker.tv“ Videoansprachen an die Nation. Pech nur, dass diese Botschaften meist todlangweilig sind. Es wäre wohl dringend an der Zeit für ihn, mal wieder einen Wimbledon-Sieg zu holen.

In dem Buch „Unsere Helden: Von Flipper bis Lady Gaga“ porträtieren Jörg Thomann (Texte) und Ole Könnecke (Illustrationen) rund 50 Kinder- und Jugendidole aus Pop, Film, Fernsehen,
Comic oder Sport. Sanssouci-Verlag, 128 Seiten, 9,90 Euro.

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Galerie der Helden Teil 1

Boris Becker

Von Was wären Kindheit und Jugend ohne Idole? Die Poster aus dem Kinderzimmer mögen verschwunden sein, doch ihre Spuren bleiben. Wir präsentieren eine kleine Galerie der Helden. Heute Held Nummer 1: Boris Becker.

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