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Montag, 27. Februar 2012

Kinderbetreuungskosten: Deutliche Entlastung für Alleinerziehende

Wer sein Kind allein erzieht, kennt wohl das Drama: Die Kosten für Kinderbetreuung können ein großes Loch in den Geldbeutel reißen, sollte sich kein städtischer oder kommunaler Betreuungsplatz finden. Ab 2012 gibt es eine deutliche Entlastung – und zwar als steuerliche Absetzbarkeit der Betreuungskosten, ohne dem Finanzamt erklären zu müssen, wodurch die Betreuung veranlasst ist.

Lohnt sich Arbeit für Alleinerziehende überhaupt, wenn das Verdiente gleich wieder aufgefressen wird – nur, weil sich kein öffentlicher Kindergartenplatz findet? Wer hat sich die Frage noch nicht gestellt? Doch ohne Job wird erst recht finanziell eng. Vielen Alleinerziehenden blieb bisher nur die Wahl, die eigenen, oft schmalen Einkünfte dafür zu verwenden, dem Kind einen teuren privaten Betreuungsplatz zu finanzieren. Doch das wird in Zukunft anders: Mit einem neuen Gesetz zur Steuervereinfachung  soll die Abwicklung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten deutlich erleichtert werden.

Was gilt seit Jahresbeginn 2012?

Was hat sich konkret geändert? Eltern müssen ab Anfang 2012 nicht mehr nachweisen, ob und in welchem Umfang sie arbeiten gehen. Bisher wurde nach Berufstätigkeit, Krankheit oder Ausbildung unterschieden. Diese Differenzierung fällt künftig weg. Vielmehr haben alle Eltern einen grundsätzlichen Anspruch auf die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Ab Jahresbeginn 2012 gilt: Kinderbetreuungskosten werden einheitlich für Kinder unter 14 Jahren nur noch als Sonderausgaben abgezogen, bei behinderten Kindern sogar ohne Altershöchstgrenze.

Gibt es mehr Geld?

Steuerlich absetzbar sind die Kosten im Rahmen der Höchstbeträge für Sonderausgaben, das heißt konkret: Anerkannt werden zwei Drittel der Kosten für die Kinderbetreuung von maximal 6.000 €, höchstens also 4.000 € pro Kind. Von der Regelung können alle Eltern profitieren, jedoch kommt sie vor allem Alleinerziehenden zugute, weil sie nicht nur den hälftigen Betrag in Anspruch nehmen können, sondern den vollen.

Und noch mehr gute Nachrichten für Eltern: Auch beim Ausfüllen der Anlage K (Anlage Kind) haben es Eltern künftig einfacher, denn der Umfang des Vordruckes verringert sich durch die Neuregelung. Der Dschungel des komplizierten Steuerrechts lichtet sich also - und das spart Nerven und Zeit. Allerdings werden die Kosten für Kinderbetreuung nicht mehr als Werbungskosten abgezogen. Die Neuregelung bewirkt daher keine Erhöhung des Abzuges, es gibt also nicht mehr Geld.

Die Änderungen auf einen Blick:

Die Kosten der Kinderbetreuung sind künftig nur noch als Sonderausgaben abziehbar, nicht mehr als WerbungskostenDie persönlichen Anspruchsvoraussetzungen werden nicht mehr geprüftDie bisher erforderlichen Nachweise, dass die Betreuung aus beruflichen Gründen nötig war, fallen wegDer Sonderausgabenabzug für Kinderbetreuungskosten winkt unabhängig davon, ob die Eltern arbeiten oder nicht.Die Kosten der Kinderbetreuung werden einheitlich für Kinder bis zum 14. Lebensjahr berücksichtigt Allerdings: Es gibt es nicht mehr GeldWas sind eigentlich Kosten der Kinderbetreuung?

Darunter fallen zum Beispiel die Kosten für eine Tagesmutter oder KiTa, die Betreuung in Hort oder Krippe, ein Au-Pair-Mädchen oder eine Kinderpflegerin. Die Ausgaben für die Kinderbetreuung müssen ganz konkret nachgewiesen werden – es gibt also keinen Pauschbetrag.  Aber auch privat organisierte Kinderbetreuung kann darunter fallen, zum Beispiel durch die Großeltern, Geschwister oder andere Mütter. Dann muss allerdings ein Vertrag nachweisen, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Zum Beispiel, dass die Leistungen in Rechnung gestellt werden - Barzahlungen akzeptiert das Finanzamt nicht – oder, dass ein solcher Vertrag inhaltlich dem sogenannten „Fremdvergleich“ standhält. Das heißt: Eine solche Vereinbarung  wäre  auch unter Fremden üblich  und wird auch tatsächlich so durchgeführt.


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